Der Seyda – Elbe – Radweg.

 

Eine kleine Beschreibung der Radwegverbindung zwischen

Flaeming-Skate und Elberadweg über Seyda.

 

 

1. Flaeming-Skate

Die (!) Flaeming-Skate umfasst über 100 Kilometer gut asphaltierte Strecken für Radler und Skater in landschaftlich reizvoller Umgebung südlich von Berlin. Eine Grundidee des Projekts sind die Rundwege und die Verknüpfung mit anliegenden Regionen. An der Flaemingskate liegen sehr sehenswerte Orte mit reicher Geschichte, so das Zisterzienserkloster Zinna, die gut restaurierte 1000jährige Stadt Jüterbog, das Gebiet der „Schlacht bei Dennewitz“ von 1813 im Befreiungskrieg gegen Napoleon mit zahlreichen Denkmalen, die Heimat von Bettina von Arnim.

Detailierte Informationen unter www.flaeming-skate.de

 

2. Die Mühle bei Naundorf

An der Turmholländerwindmühle bei Naundorf, die 1911 gebaut wurde, hat man einen weiten Blick hinunter in das Jessener Land, der Lust macht auf eine Entdeckungstour. Vielleicht sogar zur nun nur noch wenige Kilometer entfernten Elbe.

                                 Willkommen in Sachsen-Anhalt!

Doch schon die Mühle ist ein Kleinod, der Enkel des letzten Müllermeisters erklärt sie gern fachkundig (Telefon: 016096520742). Auf den Hinweistafeln kann man schon etliches über sie erfahren.

Die Mühle ist heute Eigentum der Gemeinde Naundorf.

 

3. Naundorf

Ein Flämingdorf mit reicher Geschichte: Vor 850 Jahren kamen auf Einladung Albrechts des Bären Flamen in diese Gegend, Bischof Wichmann aus Jüterbog sorgte für ihre Ansiedlung. Sie brachten ihre Traditionen mit, die sich noch heute hier finden: in den Trachten einer Tanzgruppe, in der Sprache: der Dorfteich heißt natürlich „Puhl“.

Martin Luther war auf seiner ersten Kirchenvisitation 1528 unterwegs in diesen Dörfern des Kurkreises; er schrieb daraufhin den Kleinen und den Großen Katechismus, der noch heute im Evangelischen Gesangbuch steht.

August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, jagte in den Wäldern zwischen Naundorf und Gadegast, hier kann man bisweilen bis zu 80 Hirsche auf einem Fleck beobachten.

Einen bewegenden Erlebnisbericht über seine Jugendzeit in russischer Kriegsgefangenschaft hat ein Naundorfer aufgeschrieben, dessen Haus am Wege liegt (Schlüter, Erhard: Jugendjahre hinter Stacheldraht).

Den Schlüssel zur Kirche kann man im Dorf erfragen oder über das Pfarramt in Seyda vermittelt bekommen: ein Feldsteinbau mit einem alten Taufstein und Petrus und Johannes am Altar, von der Gemeinde geliebt und gepflegt, umgeben von einem alten Friedhof mit Grabsteinen aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Telefon Pfarramt Seyda: 035387 42254, www.seyda.de

 

4. Seydaland

Die Gegend lebt von der Landwirtschaft, der größte Landwirtschaftsbetrieb heißt „Seydaland“ und bearbeitet über 8000 Hektar, die sich von Naundorf bis an die Elbe erstrecken. 

Allein 24 Millionen Liter Milch werden hier im Jahr gemolken! Der Betrieb ist führend in der Rinderzucht. Nähere Informationen: www.seydaland.net

Links des Weges befindet sich eine landwirtschaftliche Versuchsstation des Landes Sachsen-Anhalt. Hier werden verschiedene Sorten getestet, und regelmäßig finden Feldtage statt.

 

5. Mellnitz

Östlich des Weges taucht ein kleines Dörfchen mit knapp 70 Einwohnern auf: Mellnitz. Aus seiner Mitte ragt der Turm der 850 Jahre alten Feldsteinkirche hervor. Lässt man sich anlocken entdeckt man auf der Südseite der Kirche die alte Priester- und Gemeindepforte, von Kindern bemalte Kirchenfenster, und im Osten eine kleine, noch originale Fensteröffnung aus den Zeiten, als die Kirche auch Zufluchtsort vor Räubern und Unwetter war.

In Mellnitz haben schon Menschen aus aller Welt freundliche Unterkunft gefunden (Pension Hanack in der ehemaligen Landgaststätte, Telefon: 035387 43031); eine kirchliche Gruppe aus Seattle/USA renovierte 2005 gemeinsam mit Leuten von hier die Kirche.

 

6. Gadegast

Hinter dem nächsten Hügel erreicht man Gadegast, ein Bauerndorf mit ca. 250 Einwohnern, dessen slawischer Name auf die sumpfige Gegend hinweist, die hier einmal verbreitet war.

 

7. Denkmal in Gadegast

Napoleon hat hier verloren, am 5. September 1813 gab es das „Treffen bei Gadegast“, einen Tag vor Dennewitz. 315 Soldaten mussten ihr Leben lassen, aber nur eine Zivilperson. Sie – eine über 80igjährige Frau - erhielt eher zufällig einen Streifschuss, die Bevölkerung war in die Sümpfe geflohen. An dieses Ereignis erinnert ein Denkmal von 1913 vor der Kirche. Preußen und Russen kämpften damals gegen Franzosen – und Sachsen. Letztere verloren mit, und mussten dieses Land den Preußen lassen, die 1815 die „Provinz Sachsen“ begründeten.

 

8. Romanische Feldsteinkirche in Gadegast

Die Kirche ist ein romanischer Feldsteinbau, auch etwa 850 Jahre alt, was man an der „Isometrie“ der Steine erkennen kann. Deutlich zu sehen ist die Abtrennung von Apsis und Chorraum, im Inneren der Triumphbogen sowie Priester- und Gemeindepforte an der Südseite. Der Schlüssel und Erklärungen sind über das Pfarramt in Seyda, Telefon 035387 42254, vermittelbar. Ein Heftchen: „Die Geschichte der Kirche in Gadegast“ informiert über die reiche Geschichte von Ort und Kirchengemeinde. Hinter der Kirche ist das alte Pastorhaus, erbaut 1718, zu sehen.

9. Gaststätte Wiesengrund, Dorfleben, Pension

Fährt man durch den schmucken Ort, entdeckt man die Gaststätte „Zum Wiesengrund“ und dahinter auch ein weiteres Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.

Gadegast ist Firmensitz eines traditionsreichen Zimmereibetriebes (Werner) sowie einer überregional bekannten Baufirma (Rietdorf). Auf dem Sportplatz östlich des Weges werden alte und neue Traditionen gepflegt, ein rühriger Heimatverein gestaltet fröhliche Feste mit Gästen aus Nah und Fern. Am westlichen Dorfende sind neben einem Reitplatz viele Pferde, daneben auch Hirsche und Rehe, auf der Weide zu finden.

Gaststätte Wiesengrund Gadegast, Tel.: 035387 42149

Pension Huß (am Wege, östlich  der Kreuzung vor dem Ortsausgang Richtung Seyda), Tel.: 035387 42449

 

10. Der Seydaer Friedhof zwischen Gadegast und Seyda

Von Gadegast kommend zweigt der Radweg von der Umgehungsstraße ab und biegt in das Städtchen ein, das anmutig mit Amtshaus und Kirche und den sich darum scharenden Häusern daliegt.

Auf der rechten Seite befindet sich der Friedhof. Das älteste Grabmal ist auch das höchste, ziemlich in der Mitte; für ein Mädchen angefertigt vor 230 Jahren. Es zeigt feine Steinmetzarbeiten: so einen Schmetterling für das neue Leben, das nach christlicher Hoffnung zu erwarten ist und das frei ist von allem Bösen: Er fliegt davon von der Schlange, die sich in den Schwanz beißt.

 

11. Der Fließ

Eine kleine Brücke steht am Ortseingang von Seyda, wenn man von Westen her kommt. Das Gewässer heißt schlicht „Fließ“, und Funde ganz aus der Nähe belegen, dass schon vor 800 Jahren hier Schlittschuh gefahren wurde (und man übrigens Kannabis rauchte, auch das hat man gefunden).

 

12. Seyda: Amtshaus, Kirche, Stadt, Diest-Hof

Seyda ist ein altes Ackerbauerstädtchen. Im Mittelalter hatten die berüchtigtsten Raubritter der Mark Brandenburg hier ein Quartier auf der Burg Sydow: Sie wussten, was dicke Mauern wert waren, die Burg war doppelt bewehrt und mit zwei Burggräben versehen. Nach dem Allgemeinen Landfrieden von 1495 aber gerieten die Raubritter in Geldnot, sie verkauften 1501 Seyda mit 15 umliegenden Orten an den sächsischen Kurfürsten Friedrich den Weisen für 20.000 Meißner Gulden.

Dieser begründete das „Amt Seyda“, um die Frauen seiner Familie auf der Lichtenburg bei Prettin mit Hühnchen, Feuerholz, Kartoffeln und Eiern zu versorgen. Ein prächtiges Amtshaus kündet von diesen Zeiten, 1605 wurde es erbaut und gerade frisch renoviert, seit 2007 hat das Standesamt wieder seinen Platz in dem historischen Gebäude. Informationen zum Amtshaus, zum Heimatmuseum und zur weiteren Heimatgeschichte kann man über den Seydaer Heimatverein erhalten, Telefon: 035387 42257.

In der Mitte der Stadt, am Kirchplatz, steht die Kirche, die im Sommer auch täglich geöffnet ist und zum Besuch einlädt. Sie wurde 1711 wieder erbaut, nach einem furchtbaren Stadtbrand. Die Luthereiche mitten auf dem Kirchplatz erinnert an den Besuch Martin Luthers bei seiner ersten Kirchenvisitation. Die Situation war verheerend: Nicht mal der Pfarrer konnte das Vater Unser. Luther hat kräftig gepredigt und in Seyda eine der ersten Superintendenturen eingerichtet.

Die Kirche hat einen lutherischen Kanzelaltar mit Figuren und einem fein geschnitzten Abendmahlsbild. Die wohlklingende Geisslerorgel von 1883 ist ein Schmuckstück der Kirche, ebenso wie die bunten Glasfenster im Chorraum. Links oben auf der Empore saßen die Amtsleute: Das sächsisch-polnische Allianzwappen erinnert daran. Der Turm enthält eine Ausstellung zur Stadt- und Kirchengeschichte und kann gut begangen werden, jedoch achte man auf das Schlagen der Turmuhr, damit man zu dieser Zeit nicht unmittelbar neben den Glocken steht.

Im Seydaer Pfarrhaus wurde nach dem niedergeschlagenen Aufstand vom 17. Juni 1953 die Streikleitung von Wolfen und Bitterfeld versteckt, eine kleine Dokumentation in einem Geschichtsheftchen erzählt davon.

 

Südlich der Kirche ist das zweite Pfarrhaus zu sehen, ein Bau von 1740, original bemalt mit „Licht“ und „Schatten“ – genauso wie das Coselsche Palais in Dresden oder die Moritzburg; denn auch dieses Haus wurde auf Befehl des Kurfürsten gebaut. Zwei Lieder aus dem Evangelischen Gesangbuch wurden von Bewohnern dieses Hauses geschrieben, ein Lied zur Hochzeit (EG 240) und eins zum Erntedankfest (EG 418): „Brich dem Hungrigen Dein Brot, die im Elend wandern führe in Dein Haus hinein: Trag die Last der andern! – Brich dem Hungrigen Dein Brot, Du hast´s auch empfangen, denen, die in Angst und Not stille Angst und Bangen! ...“ - Der Dichter des letzten Liedes war der Sohn des Pastors zur Zeit der Begründung der Arbeiterkolonie Seyda: 1883 wurde sie für die „Brüder von der Landstraße“ von einem Schwager Bodelschwinghs, Gustav von Diest, begründet. Brotlose Landarbeiter bekamen hier ein Obdach, sie legten das Moor trocken. Die drei alten Kolonistenhäuser sind noch am östlichen Ortsausgang Seydas zu sehen. Heute ist auf dem Gelände der „Diest-Hof“, eine diakonische Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung, zu Hause.

 

„Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum...“ - Das Haus Kirchplatz 3 neben dem Torbogen ist eines der ältesten Wohnhäuser in Seyda. Es gehört heute dem Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) Seyda e.V., ein Stück seiner Geschichte kann man an der Tafel neben der Tür lesen.

Vgl. auch: www.seyda.de („Die bunte Stadt am Flämingrand“)

 

13. Gaststätte und Pensionen, Bademöglichkeiten

In Seyda zu verweilen, dazu lädt die Gaststätte „Schützenhaus“, erstes und traditionsreiches Haus am Platze, sowie zahlreiche Pensionen und eine Ferienwohnung ein.

Am Kiessee nördlich der Stadt gibt es einen kleinen Sandstrand; zum Baden mitten in der Natur gut geeignet ist auch der „Ententeich“ östlich der Stadt in der Heide.

Gaststätte Schützenhaus Seyda, Jüterboger Straße, Tel.: 035387 42517

Pension Hordorff Seyda, Jüterboger Straße gegenüber des Schützenhauses, Tel.: 035387 42216

Pension Bergholz Seyda, auf dem Markt über Schlecker, Tel.: 035387 42233

Ferienwohnung Kratz Seyda, am Südausgang des Marktes, Tel.: 035387 43970

 

14. Die Heide

Ein weites Feld für Erholung und Freude bietet die Heide, die früher „Seydaer Heide“ hieß und jetzt unter dem Namen „Glücksburger Heide“ bekannt ist. Hier jagten die sächsischen Kurfürsten. Von 1936 bis 1990 wurde die Heide militärisch genutzt, davon sind noch Spuren zu sehen. Im Ganzen aber ist es erstaunlich, wie „heil“ die Heide wieder geworden ist: zu allen Jahreszeiten ist sie eine Pracht, ob mit blühendem Heidekraut oder Ginster, schneebedeckt oder einfach grün, mit Wiesen, so weit das Auge reicht, und einem erstaunlichen Naturreichtum (auch durch die vielen Jahre des „Sperrgebietes“). Eine ausführliche Beschreibung findet man in der Broschüre „Die Seydaer Heide“, erhältlich auch am Markt (bei „Klappers“).

Ein „Heidemuseum“ ist in Arnsdorf zu sehen, unterhalten vom Heimatverein Glücksburger Heide e.V., Tel.: 03537 212627.

Von Seyda aus kann man seinen Weg entweder zurück zum Flaeming-Skate über Mark Zwuschen (1) (15. bis 18.), oder in Richtung Elberadweg (2)(ab 19.) fortsetzen.

 

(1)

15.  Zwischen Seyda und Morxdorf

Will man Seyda in nordwestlicher Richtung verlassen, so kommt man am Schützenhaus vorbei und biegt dann (gegenüber der Pension Hordorff) links ab, zunächst ein Stückchen der Hauptstraße folgend. Auf der linken Seite befindet sich das Hauptgebäude des größten landwirtschaftlichen Betriebes, Seydaland; auf der rechten Seite der „Diest-Hof“, auf dem Gelände der ehemaligen Arbeiterkolonie.

Entsprechend der Beschilderung biegt man von der Straße ab in den Wald. Die „Kuscheln“ nennen die Einheimischen jene Gehölze, die noch jung, nämlich „kurz“ sind – das Wort ist ein Erbe der Wenden und ihrer Sprache, die dem polnischen ähnlich ist.

 

16. Morxdorf: Kirche und Gaststätte

Auf dem Weg durch den Wald weist ein Abzweig an einer Kreuzung nach links Richtung Morxdorf und nach rechts zu einer Fliegerabsturzstelle.

In Morxdorf kann man fein in der Gaststätte einkehren; die 850 Jahre alte Feldsteinkirche steht in der Mitte des Ortes, der als wendische Siedlung deutlich erkennbar ist: Die Häuser stehen in Hufeisenform; in der Nacht wurde das Vieh in die Mitte getrieben, um es vor Räubern oder wilden Tieren zu schützen.

Gaststätte Lindeneck Morxdorf, Tel.: 035387 43037

 

17. Flugzeugabsturzstelle in der Heide

In den letzten Kriegstagen 1945 stürzte im Wald bei Morxdorf ein deutscher Jagdflieger ab: Darauf weist das Hinweisschild hin. Der Gastwirt war ein Augenzeuge! Im Wald befindet sich ein Gedenkstein und eine Informationstafel; der Flieger wurde 2002 auf dem Morxdorfer Friedhof beerdigt.

 

18. Mark Zwuschen

Aus dem Wald kommend liegt vor einem der Ort Mark Zwuschen. Er ist erst 1945 entstanden, bis dahin gab es nur das alte Gutshaus, im Jugendstil erbaut, und einige Wirtschaftsgebäude dazu. Menschen, die der Krieg heimatlos gemacht hatte, fanden hier ein neues Zuhause. Ein Gedenkstein in der Mitte des Ortes erinnert an die Errichtung der ersten LPG schon im Jahre 1953.

 

(2)

19. Schadewalde

Eine Familie Schade gab einmal dem Ort seinen Namen. Im Mittelalter „gehörten“ die Einwohner nach Wittenberg zur Stadtkirche; Martin Luther änderte dies bei seiner Kirchenvisitation (er ließ Schadewalde geben Labetz tauschen, das vor den Toren Wittenbergs liegend zu Seyda gehörte).

Zur Geschichte der Gegend gehören verschiedene Todesmärsche im Frühjahr 1945. Nach 13tägigem Marsch stellte sich hier, auf staubigem Feldweg, ein Mann „tot“, der Wachmann schoss absichtlich daneben, und er rettet sich mit letzter Kraft in den Ort. Er wurde dann der erste Arzt in Seyda nach 1945, Dr. Weidauer, wegen seiner jüdischen Nationalität den Grausamkeiten der NS-Diktatur ausgesetzt.

 

20. Lüttchenseyda

Das „kleine“ Seyda mit seinen schmucken alten Bauernhäusern!

 

21. Gentha

In Gentha gibt es ein „Schloss“ – das alte Gutshaus, zu Beginn des Jahrtausends renoviert. Das deutet auf die Geschichte des Ortes hin: ein altes Gutsdorf. Die kleine Fachwerkkirche wurde nach den Schrecken des Dreißigjährigen Krieges gebaut: in Gentha lebten damals nur noch zwei Witwen und zwei Witwer. Die Kurfürstin Hedwig (die einmal eine dänische Prinzessin war, die goldenen Löwen in der Kirche erinnern daran) gab den armen Menschen Ackergerät und Vieh für einen Neubeginn – und eine Kirche, zum Trost und zur Hoffnung.

Ein ganz alter Taufstein, vielleicht 1000 Jahre alt, wurde vor kurzem im Umfeld der Genthaer Kirche gefunden und wieder in die Kirche gebracht, er ist aus Sandstein.

Gentha hat ein reges Dorfleben, die Feuerwehr ist sehr aktiv, und auch im „Schloss“ ist viel los. Besonders sehenswert ist auch die Mühle, durch die der alte Müller führt. Sie befindet sich am Ortsausgang Richtung Jessen. Mühle Gentha, Tel.: 035387 42374

 

22. Der Weg zwischen Listerfehrda und Gentha

Hinter Gentha überschreitet man die Grenze zwischen der Stadt Jessen, flächenmäßig einer der größten Städte Deutschland (größer als Magdeburg und Halle; Gentha gehört dazu), und der Verwaltungsgemeinschaft Elbaue-Fläming, zu der Listerfehrda gehört. In der Ferne sieht man den Himmelsberg, 131 Meter hoch, an dem auch Weinberge liegen, die es – neben vielen anderen reizvollen Sehenswürdigkeiten – in Jessen zu entdecken gibt.

Vgl. auch: www.jessen.de

 

23. Listerfehrda

Der Dorfname erinnert an die Slawen bzw. Wenden, die hier zuerst zu Hause waren, bevor die Sachsen dann über die Elbe kamen bzw. die Flamen angesiedelt worden sind.

Gepflegte Gastlichkeit – dazu viel geschichtliche Information über die Ereignisse im Befreiungskrieg (Elbübergang bei Wartenburg) an den Wänden sowie Gästezimmer bietet die Gaststätte „Sonneneck“, die am Wege liegt.

Gaststätte Sonneneck Listerfehrda, Tel.: 035383 21323

 

24. Die Elbe

Auf dem Elberadweg kann man sich nun entweder in westlicher Richtung nach Wittenberg in die Geburtsstadt der Reformation aufmachen, oder Richtung Osten in eine Natur-Idylle radeln, die seinesgleichen sucht. Zahllose Vogelarten, Biber und andere, oft auch seltene Tiere, haben hier ihre Heimat. Uralte Kirchen und Burgen links und rechts berichten von der langen Geschichte, in der die Elbe oft Grenzfluss war: zwischen Wenden und Sachsen, zwischen landwirtschaftlich geprägtem Ostelbien und einem der größten Industriegebiete Europas im 19. Jahrhundert um Bitterfeld, zwischen Russen und Amerikanern beim Kriegsende 1945.

 

 

 

 

 

 

 

Kein schöner Land in dieser Zeit

als hier das unsre weit und breit,

wo wir uns finden wohl unter Linden zur Abendzeit,

wo wir uns finden wohl unter Linden zur Abendzeit.

 

Da haben wir so manche Stund

gesessen da in froher Rund,

und taten singen, die Lieder klingen im Eichengrund,

und taten singen, die Lieder klingen im Eichengrund.

 

Dass wir uns hier in diesem Tal

noch treffen so viel hundertmal:

Gott mag es schenken, Gott mag es lenken, er hat die Gnad!

Gott mag es schenken, Gott mag es lenken, er hat die Gnad!

 

Volkslied

Zum 12. Oktober 2007.