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Der Diest-Hof, idyllisch am Rande der Stadt Seyda am Waldrand gelegen, ist Heimat für Menschen mit geistiger Behinderung. Alte und neue Bausubstanz fügt sich harmonisch ineinander.

Die Einrichtung wurde 1883 als Arbeiterkolonie nach Bodelschwingh´schem Vorbild gegründet und gab über viele Jahrzehnte Hunderten von Obdachlosen Unterkommen, Brot und Arbeit durch das Trockenlegen des Moores.

Heute ist der Diest-Hof eine diakonische Einrichtung, hier leben 73 Männer und Frauen, die von 32 Mitarbeitern gefördert und betreut werden.

Die Einrichtung ist in Trägerschaft des Gustav-von-Diest-Vereins. Vorstandsvorsitzender ist seit 15.6.07 Dr. Lothar Lürken, Arzt und Mitglied im Vorstand der Paul-Gerhardt-Stiftung Wittenberg. Dem Vorstand des Gustav-von-Diest-Vereins gehören an: Jana Heinecke (Richterin, Wittenberg), Martina Schwarzer (Geschäftsfrau, Morxdorf), Petra Hintersdorf (Veterinärmedizinerin, Mellnitz), Ines Krause (zuständig für die Behinderten-Arbeit im Diakonischen Werk Magdeburg), Christian Beuchel (Superintendent des Kirchenkreises Wittenberg). Vorsitzender der Mitgliederversammlung ist Hans-Christoph Flade (Magdeburg), Vertreterin der Mitarbeiterschaft Bärbel Schiepel (Seyda).

Geschäftsführerin ist seit 1.11.2007 Frau Angelika Lüdtke.

1997 konnten zwei neue Wohnhäuser bezogen werden, die sich harmonisch in das Gesamtbild der alten Bausubstanz am Rande der Heide einfügen.

Den Diest-Hof kennenlernen kann man in seiner ganzen Vielfalt in besonderer Weise beim Sommerfest. Es findet immer am 3. Sonnabend im Juni statt. Inzwischen hat sich auch der Adventsmarkt etabiliert (Freitag vor dem 3. Advent, 17 Uhr).

Ein Besuch lohnt sich! 

Anschrift: Diest-Hof, Glücksburger Straße 7, 06918 Seyda. Telefon: 035387/7010.

Bärbel Schiepel, Stadtchronistin und Mitarbeiterin im Diest-Hof, beschreibt den Diest-Hof und seine Arbeit so:

"Der Gustav-von-Diest-Verein ist eine diakonische Einrichtung und gehört durch seine Mitgliedschaft im Diakonischen Werk in der Kirchenprovinz Sachsen e.V. dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland an. Der Verein sieht seine Aufgabe darin, in Wahrnehmung der durch Jesus Christus erwiesenen Liebe und der von ihm gebotenen Verantwortung insbesondere behinderte Menschen zu fördern und zu begleiten." (Satzung des Gustav-von-Diest-Vereins)

Zur Zeit werden auf dem Diest-Hof 73 erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung gefördert und betreut. Inmitten von Grünanlagen, alten Linden- und Kastanienbäumen befinden sich drei unter Denkmalschutz stehende Fachwerkhäuser und zwei 1997 fertiggestellte Wohnhäuser. Im Hauptgebäude befindet sich die Verwaltung.

20 Frauen und Männer der Wohngruppe "Wohnen an WfB" (WfB - Werkstatt für Behinderte) fahren täglich mit einem Bus zur Arbeit in einen Nachbarort in die Werkstatt für Behinderte in Jessen (Augustinuswerk, Einweihung am 18. Oktober 2.000).

Die Bewohnerinnen der neuen Häuser leben in 16 Einzel- und 32 Doppelzimmern, aufgeteilt in 4 verschiedene Wohngruppen. Für die Erwachsenen mit schwerer oder mehrfacher Behinderung und/oder auffälligen Verhaltensweisen besteht die Möglichkeit, täglich in der Zeit von 8.30 Uhr bis 15 Uhr an den vielfältigen Angeboten des Förderbereiches teilzunehmen.

Dieser Bereich umfasst einen textilen Bereich, einen Kreativbereich, einen Bereich Malen und Gestalten, einen Einzelförderbereich sowie Angebote für Sport, Gymnastik und für sonstige Aktivitäten. In anregender Atmosphäre können sie hier ihre Fähigkeiten entfalten. Darüber hinaus gibt es auf dem Diest-Hof in Garten und Landwirtschaft und bei den dazugehörigen Tieren viele sinnvolle Aufgabenfelder. So verbringen sie ihr Leben an unterschiedlichen Orten, erleben die Menschen um sich herum immer wieder neu und lernen dazu. Ihre Freizeit gestalten sie auch außerhalb der Wohnung. Sie gehen zum Bummeln, Einkaufen und Kaffeetrinken in die Stadt oder besuchen Veranstaltungen.

Außer der täglichen individuellen Förderungen stehen folgende Angebote für die jeweiligen Interessengruppen zur Auswahl:

- Theatergruppe

- Gymnastik

- Reiten

- Schwimmen und gymnastische Übungen im Wasser in der Schwimmhalle Wittenberg

- Kegeln

- Andacht, Bibelstunde

Die auf dem Diest-Hof lebenden Erwachsenen besitzen ganz unterschiedliche Fähigkeiten, ihr Leben zu bewältigen. Alle sind jedoch auf Hilfe bzw. spezielle Begleitung angewiesen. Diese Hilfe und Begleitung sieht nach dem Grad der Behinderung ganz unterschiedlich aus. Der Bogen spannt sich von individueller Hilfe und Anleitung bei der Körperpflege über pädagogische und seelsorgerliche Begleitung bei persönlichen Problemen bis zur Betreuung im selbständigen Wohnen. Die Übergänge sind fließend zu sehen.

Ziel unserer Arbeit ist jedoch immer, den Menschen dabei zu assistieren, ein ihrer Person entsprechendes selbstbestimmtes und selbständiges Leben inmitten der Gesellschaft zu führen."

Zur Geschichte des Diest-Hofes vgl. auch: "Die Geschichte der Kirche in Seyda", Bände 5 bis 7: Hier!